Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind uns auch beim Camper-Ausbau sehr wichtig – und wir hassen Müll genauso wie du. Daher sind die Bemühungen um eine ökologische Fahrzeugdämmung definitiv unterstützenswert. Aktuell ist es aber so, dass die Risiken bei den uns bekannten natürlichen Dämmstoffen im Camper-Ausbau oft unterschätzt werden.
Dieser Beitrag zeigt dir so einfach wie möglich, welche Risiken natürliche Dämmstoffe in Wohnmobilen und Campern mit sich bringen und wie sich diese Risiken durch die Kombination mit VANUE INSULATE vermeiden lassen.
Kurz zu meiner Person: Ich habe Fahrzeugbau mit dem Studienschwerpunkt Karosserieentwicklung studiert, mich auf Dämmmateriallösungen für Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrt spezialisiert und an der Entwicklung von VANUE INSULATE mitgewirkt. Dazu habe ich bereits drei Camper umgebaut und bin aktuell an meinem vierten Projekt, einem Fiat Ducato H2L2, zugange.
Wofür braucht man die Dämmung im Camper?
Die Dämmung (umgangssprachlich Isolierung) ist ein wesentlicher Bestandteil jedes Campingfahrzeugs. Sie hält das Fahrzeug im Winter länger warm und im Sommer länger kühl. Die richtige Dämmung reduziert außerdem Geräusche und macht das Fahrzeug dadurch für längere Fahrten angenehmer.
Welche natürlichen Dämmmaterialien sind besonders nachhaltig?
- Hanf
- Kombiplatten aus Hanf und Jute
- Schafwolle
- Korkplatten
Unter welchen Bedingungen können natürliche Dämmstoffe für Campingfahrzeuge verwendet werden?
Es gibt eine Vielzahl natürlicher Dämmstoffe, die für Campingfahrzeuge in wärmeren Klimazonen verwendet werden. Diese Materialien haben alle eines gemeinsam: Sie sind wasserdampfdiffusionsoffen. Das bedeutet, der Wasserdampf aus der Luft gelangt ohne großen Widerstand durch das Material hindurch. Als alleiniger Dämmstoff eignen sich diese Materialien daher nur für Regionen, in denen es sehr warm ist und die Temperaturen auch nachts nicht unter 10 °C fallen. Die Dämmung dient dort hauptsächlich dazu, die Energiekosten beim Kühlen des Fahrzeugs so gering wie möglich zu halten.
Kann man das Problem mit einer Dampfsperre oder Dampfbremse lösen?
Leider nicht. Die Karosserie eines Transporters ist so komplex aufgebaut und hat so viele Öffnungen und Löcher, dass sich eine vernünftige Dampfsperre kaum installieren lässt. Im schlimmsten Fall sorgt eine Dampfsperre sogar dafür, dass die Feuchtigkeit deutlich länger in der Dämmung bleibt – was die Bildung von Schimmelpilz und Korrosion im Fahrzeug massiv beschleunigen kann.
Optimale Temperaturbedingungen für ökologisches Dämmmaterial
Eine Person gibt pro Nacht rund 2 Liter Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Dadurch sind 70 % Luftfeuchtigkeit und mehr im Camper keine Seltenheit. Betrachtet man das Taupunktdiagramm, sieht man: Bei einer Innenraumtemperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 % liegt die Taupunkttemperatur bei etwa 14 °C.

Original: Easchiff, Derivative: SLUB Dresden / Carsten Pietzsch (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dewpoint-RH-de.svg), „Dewpoint-RH-de“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode
Beim Dämmen mit natürlichen Dämmmaterialien bedeutet das: Ab einer Außentemperatur von 14 °C bildet sich bereits Tauwasser an der Innenseite der Karosserie. Selbst wenn das Dämmmaterial keine Feuchtigkeit aufnehmen kann, sammelt sie sich an dem Material – und dieses verhindert, dass das Tauwasser über die Karosserie abfließen kann. Bist du mit deinem Camper also nur in sehr warmen Ländern unterwegs, kann eine Dämmung ausschließlich aus natürlichen Materialien funktionieren.
Sind natürliche Dämmmaterialien gesundheitsschädlich?
Das größte Problem mit Feuchtigkeit im Fahrzeug ist, dass Tauwasser deutlich schneller kondensiert als es verdunstet. Das hat oft zur Folge, dass das Dämmmaterial viel zu lange feucht bleibt, dadurch zu schimmeln beginnt und die Karosserie rostet. Gerade den Schimmel bemerken die meisten erst, wenn es zu spät ist und er sich über die Dämmung durch die Holzverkleidung gearbeitet hat. Eine Schimmelpilzbelastung auf so engem Raum kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.
Welche Dämmstoffe sollte ich stattdessen für die Camper-Isolierung verwenden?
Mit genau dieser Frage habe ich mich bei der Entwicklung von VANUE INSULATE sehr lange beschäftigt. Nach diversen Berechnungen, Labortests und Tests in meinem eigenen Camper ist klar geworden: Eine vernünftige Dämmung ohne Gesundheitsrisiko lässt sich für den durchschnittlichen deutschen Campervan nur mit wasserdampfdiffusionsdichten Dämmmaterialien umsetzen. Deswegen besteht VANUE INSULATE aus einem synthetischen Kautschuk, der dem Wasserdampf keine Chance gibt, ans Blech der Karosserie zu gelangen.
Kann man VANUE INSULATE mit natürlichen Dämmmaterialien kombinieren?
Ja, das ist überhaupt kein Problem. Wichtig ist nur, dass die erste Schicht VANUE INSULATE in ausreichender Stärke direkt auf die Blechflächen geklebt wird und die natürlichen Dämmstoffe darüber angebracht werden – sie dürfen keinen Kontakt zum Karosserieblech haben. Für Klimazonen wie Deutschland reicht eine Schicht VANUE INSULATE 19 mm. Wer im Winter mit dem Camper nach Skandinavien reisen möchte, sollte mindestens zwei Schichten 19 mm verbauen.